Historische WaffenkunST
Allgemeine Informationen über unser Waffenkunst-Training.
Philosophie & Trainingskonzept
Tradition, Mechanik und Verstand – Die Kunst des historischen Fechtens
Die historische Waffenkunst ist mehr als das Nachstellen vergangener Epochen: Sie ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus Mechanik, Taktik und Bewegungsschulung. Unser Training ist nicht wettkampforientiert. Anstelle von Punktejagd unter Sportregeln fokussieren wir uns auf das tiefere Verständnis der zugrundeliegenden Prinzipien, die eine funktionierende Waffenkunst ausmachen.
Im Zentrum unseres Trainings stehen universelle Konzepte:
Mensur & Distanzgefühl: Die genaue Einschätzung von Reichweite, Abstand und Eigenschutz.
Timing & Reaktionen: Das Handeln im richtigen Moment – vor, während und nach der Aktion des Gegenübers.
Biomechanik & Struktur: Effiziente Kraftübertragung, standfeste Beinarbeit und die optimale Nutzung von Hebelwirkungen.
Unser Ziel ist das saubere, kontrollierte Beherrschen der Waffensysteme sowie die Freude am gemeinsamen Erarbeiten historischer Techniken.

Trainingsinhalte & Waffensysteme
Europäische Grundlagen & der Blick über den Tellerrand
Der Schwerpunkt unseres Unterrichts liegt auf der europäischen Fechttradition der Renaissance (den Historical European Martial Arts, kurz HEMA), ergänzt durch regelmäßige Vergleiche mit anderen Kampfkünsten. Wir orientieren uns dabei vorrangig an der Lehre des Straßburger Fechtmeisters Joachim Meyer und seiner Gründlichen Beschreibung der Kunst des Fechtens, einem Fechtbuch aus dem Jahr 1570. Die hauptsächlich von uns trainierten Waffen sind das Lange Schwert, die fundamentale Disziplin der historischen europäischen Kampfkünste, sowie die Halbe Stange (Quarterstaff oder Langstock) als Grundlage für die Hellebarde. Je nach Trainingsfortschritt fließen zudem Elemente des historischen Kampfringens sowie der Dolchabwehr in das Training ein, um das Verständnis für Nahdistanz und Hebelwirkungen zu vertiefen.
Ausflüge: Asiatische Waffenkunst
Kampfkunstprinzipien sind universell. Um den Blick für Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Mechanik und Taktik zu schärfen, unternehmen wir gelegentliche Ausflüge in andere Traditionen, vorrangig ins Kenjutsu mit dem japanischen Katana. Der direkte Vergleich zwischen europäischer und japanischer Schnittführung, Haltung und Distanzarbeit eröffnet oft neue Perspektiven auf das eigene Fechten.

Ausrüstung & Einstieg
So startest du im Training
Ein Einstieg in die historische Waffenkunst ist jederzeit ohne große Anschaffungen möglich. Sicherheit, Gegenseitiger Respekt und saubere Bewegung stehen bei uns an erster Stelle.
Für die ersten Trainingseinheiten reichen normale, bequeme Sportbekleidung sowie Hallenschuhe mit sauberer, hellere Sohle.
Für das Probetraining und die ersten Monate stellen wir geeignete Übungswaffen zur Verfügung.
Am Anfang wird mit angepasster Intensität trainiert, sodass zunächst keine eigene Schutzkleidung nötig ist.
Mit zunehmendem Trainingsfortschritt und für dynamischere Übungen empfiehlt sich die schrittweise Anschaffung eigener Ausrüstung (Fechtmaske, Handschuhe, Halsschutz). Wir beraten dich dazu gerne im Training.

